Januar 2001

12.01.2001 / 27.01.2001

 

12.01.2001

Die Wetteransage

Nachdem ich wegen meiner Nachtschicht bis zwei Uhr Mittags geschlafen habe, stehe ich nun auf und gehe in die Küche um mir einen Kaffee aufzuschütten. Draußen strahlt die Sonne aus allen Löchern und mein Mopped schreit von der Straße aus zu mir hoch, dass es bewegt werden möchte. Das ist weiß Gott eine gute Idee, jedoch habe ich einige Bedenken, der Jahreszeit bedingten Temperaturen, betreffend. 

Die Küchentür geht auf und Lars, der Heute draußen bestimmt schon wichtige Sachen erledigt hat, kommt herein geschlendert.

Ich: "Lars, sag mal, ist es kalt draußen?" (ist doch eigentlich eine eindeutige Frage, oder nicht?)

Lars schaut mich an, als hätte ich ihn nach der Entstehung der Welt gefragt (halt wie immer) und antwortet nach längerem zögern: "Nun, das ist so einfach nicht zu sagen. Wenn man die momentane Wetterlage hinsichtlich des zu erwartenden Tiefdruckgebietes, der steigenden Luftfeuchtigkeit und der daraus resultierenden Wind- und  Wolkenentwicklung beurteilt, ist davon auszugehen, dass es morgen wieder regnet!"

Ich: "???"

Lars: "Zumindest ist das so von meiner Wetterstation abzulesen, die ich draußen auf dem Balkon stehen habe!"

Ich:" Lars ich wollte gleich nur eine kleine Runde Mottorad fahren und daher wissen, ob es kalt draußen ist!"

Lars: "Wie gesagt, das ist schwer zu sagen, da der Begriff Kälte auch durch verschiedene subjektive Faktoren beeinflusst werden kann. Zum Beispiel, wenn es draußen null Grad wären und der Wind mit einer Geschwindigkeit von 30 Km/h bläst, dann kommt es einem vor, als.....!"

Ich: "Larrrrs! Wie viel Grad Celsius sind es draußen? Jetzt im Moment!"

Lars: "Minus fünf Grad!"

Ich: "Danke! Das ist kalt. Mehr wollte ich nicht wissen!"

Ich bin dann doch nicht mehr gefahren. Nicht weil es mir zu kalt war, sondern weil ich zu aufgeregt war.

 

27.01.2001

Der Energiesparer

Ich komme in die Küche, um mir einen Joghurt auf dem Kühlschrank zu fischen, als ich merke wie Bernds unbeaufsichtigtes Nudelwasser überkocht und schon den ganzen Herd verranzt hat. Ich schreite zur Tat, nehme den Deckel vom Topf und kippe etwas Öl hinein. Danach gehe ich in mein Zimmer zurück, um fünf Minuten später wieder in die Küche zu gehen, da ich ein alter Nimmersatt bin.

Ich traue meinen Augen nicht, als ich sehe, dass der Deckel sich wieder auf dem Topf befindet und das Wasser wieder wie wild überschäumt. Ich nehme den Deckel wieder herunter und setzte mich einen Schlag an den Tisch, um das Spektakel weiter zu beaufsichtigen. Die Tür geht auf und Bernd kommt herein.

Bernd: "Hast du etwa den Deckel wieder vom Topf genommen?"

Ich: "Jep, schau dir doch mal die Sauerei an. Du machst die doch bestimmt nicht weg, oder sehe ich das falsch."

Bernd: "Ne, das siehst du richtig, der Herd war nämlich vorher schon dreckig, und das war ich nicht!"

Er setzt den Deckel wieder auf den Topf und sagt trotzig: "So, das spart nämlich Energie!"

Ich: " Bernd, weißt du was auch Energie spart?"

Bernd: "Was denn?"

Ich: "Die Heizung im Bad nach dem Duschen von fünf herunter zu drehen, wenn man das Fenster danach auf macht! Ich glaub das spart noch ein klein wenig mehr Energie, als Nudelwasser mit so 'nem dämlichen Deckel warm zu machen!"

Bernd (schnippisch): "Was willst du denn jetzt damit aussagen, das ist ja das selbe, als wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht, total unlogisch, und außerdem wohnen ja auch noch andere in dieser Wohnung!"

Ich: "Stimmt, die sind aber zum größten Teil nicht hier. Und als ich sie letzte Woche drauf angesprochen habe, meinten beide zu mir, dass sie keine Warmduscher wären!" (Der hatte dann gesessen. War zwar etwas geflunkert, aber ich weiß 100%ig, dass Bernd derjenige mit der Heizung ist. Im Nachhinein hab ich dann aber nachgefragt und es hat sich auch bestätigt.)

Bernd verlässt beleidigt das Szenario.