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Februar 2001
Energiesparer Teil 2 Ich wusste doch, dass Bernd die Küchenaktion von vor einer Woche nicht auf sich beruhen lassen kann. Gerade als ich mir die Milch für einen Kakao aus dem Kühlschrank geholt habe fliegt demonstrativ die Küchentür auf und knallt lautstark gegen den offenen Kühlschrank. Bernd kommt herein und hat auch schon die Oberlehrermiene aufgesetzt. Ich denke mir nur im stillen: "Jetzt kommt es". Bernd: "Albert, lässt du immer die Kühlschranktür auf stehen wenn du dir was raus holst?" Ohne meine Antwort abzuwarten fährt er fort: "Du weist ja, dass das eine wahnsinnige Energieverschwendung ist, oder?" Ich (schnell rausgehend, um nicht ausprobieren zu müssen, ob das Brotmesser, das auf dem Sideboard liegt, auch für Fleisch und Knochen geeignet ist): "Nein Bernd, aber gut, dass du es sagst, denn normal mache ich auch noch das Gefrierfach auf!" Diesmal lasse ich mich dazu hinreißen, die Türen zu knallen.
Mahlzeit ! Heute lässt Bernd mal wieder so richtig fett den Paul Bocuse raushängen. Als es so um 12:00 Uhr, bis in mein Zimmer rein, richtig eklig nach Fisch stinkt, schaue ich mal nach, ob nicht irgendjemand vergessen hat sich heute Morgen ordentlich untenherum zu waschen. Fehlalarm! Bernd steht in der Küche und holt gerade ein paniertes Alaskaseelachsfilet vom Aldi aus der Mikrowelle. Lecker, es sieht so richtig rotzgelb und pampig aus, wie sich das für panierten Fisch gehört, der nicht gebraten oder frittiert, sondern aus dem gefrorenen Zustand nur leicht erhitzt wurde. Um den letzten Gaumenkitzel noch auszureizen kommt noch ein ordentlicher Schuss Kim Delikatessmajonäse drüber, und fertig ist der leicht verdauliche Brunch für den Feinkostmeister. Ich muss ihn dann doch mal drauf ansprechen und sage: "Na Herr Inzinger, heute mal frei nach dem Motto : <Alles was sich nicht mehr wehrt und in die Mikrowelle passt>?" Bernd: "Wieso? Wie meinst du das denn jetzt?" Ich muss mal wieder fest stellen, dass Zynissmus in dieser WG vollkommen unangebracht ist und verziehe mich wieder schleunigst auf mein Zimmer.
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